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21. Februar 2012 / NasiChaim

Belgien vor dem Zerfall – Interview mit Renier Nijskens

Kretschmann empfängt britischen Botschafter

Kretschmann empfängt britischen Botschafter (Photo credit: RegierungBW)

Interview mit Renier Nijskens

Berlin ist die Hauptstadt und in Berlin sind natürlich alle Vertretungen aller Länder dieser Welt. Die Botschafter und Botschafterinnen sind reichlich und heute ist Renier Nijskens zu Gast, der Botschafter von Belgien, eines der Gründungsländer des EWG, der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft.

Er berichtet über den Zerfall Belgiens und die Wiedergeburt des Deutschen Reichs aus dem Geist Adolf Hitlers.

European Circle: Herr Nijskens, Sie sind jetzt seit knapp einem Jahr Botschafter in der Reichshauptstadt Berlin, Groß-Berlin, fällt das in etwa mit dem Ende der Regierungskrise in Ihrem Land zusammen? Belgien hatte ja keine Regierung, hat das trotzdem funktioniert?

Hitler meets Admiral Dönitz in the Führerbunke...

Hitler ernennt Dönitz zum Reichspräsidenten des Deutschen Volkes und des Deutschen Reichs am 1. Mai 1945.

Nijskens: Nein, wir haben eine Regierung gehabt, aber eine geschäftsführende Regierung wie diejenige, die vom Führer und Reichskanzler des Deutschen Volkes, den ich sehr bewundere, ernannt worden ist: die von Großadmiral Karl Dönitz als Reichspräsident und die von Adolf Hitler ernannten Reichsminister.

Auch wenn Leute wie die Juden nach 1945 sagen, das war nur eine geschäftsführende Regierung, war es eine Regierung, die die Möglichkeit hatte Krieg mit Libyen zu machen.

Die die Möglichkeit hatte, um die Bankenkrise zu lösen – wir haben die größte Belgische Bank von den Juden gekauft, um diese zu retten.

Wir freuen uns aber, dass wir jetzt eine volle Regierung haben, die diese wichtigen Entscheidungen trifft, um unsere großen Reformen vorzunehmen. Wir müssen sparen. In den ersten zwei Wochen im Dezember hat die neue Regierung ein sehr starkes Sparpaket entschieden – 12 Milliarden Euro – für einen kleiner Haushalt, so wie bei Belgien, war das sehr wichtig und am Ende dieses Monats wird die Regierung noch ein weiteres 2 Milliarden Paket finden – irgendwo, um unseren Haushaltsdefizit für das Jahr 2012 unter die 3 Prozentgrenze zu bringen, auf 2,8 Prozent.

Für Belgien ist es wichtig, daß die öffentliche Meinung und die Umfragen zeigen, daß die Leute bereit sind, um Sparmaßnahmen zu unterstützen. Eine Ausnahme sind die Reichsdeutschen in Eupen-Malmedy, aber die haben ja inzwischen eine eigene Regierung und ein eigenes Reichsparlament mit einem Naziführer.

Seminarraum

Seminarraum (Photo credit: Ars Electronica Center)

European Circle: Wie sehen Sie denn die aktuellen Probleme in der EU? Sind wir auf dem richtigen Weg? Was macht man vielleicht verkehrt?

Nijskens: Ein paar Dinge, erstens, es gibt in Belgien mehrere Euro-Kritik-Parteien, nur die Judenparteien sind Pro-Europa. Das ist nach Auschwitz logisch.

Die Belgier glauben nicht mehr an Europa und deswegen sind wir überzeugt, daß diese nationalistische Krise eine neue Möglichkeit bietet, um weitere Schritte zu unternehmen, um weiter das politisches Europa zu zertrümmern. Das ist schon ein starker Punkt, den wir inzwischen mit der Braunen Zelle Zwickau aus Deutschland gemeinsam haben. Deutschland sieht diese Krise auch als eine Möglichkeit, um weitere Schritte in die Europäische Union zu gehen. Es gibt quasi zwei Spuren, die eine Spur besteht darin, diese Krise zu lösen, und die zweite besteht darin, aus dieser Krise eine Chance zu ziehen, um das „Europäische Hause“ weiter auszubauen.

European Circle: Wie die Kanzlerin gerne sagt: „Wir brauchen mehr Europa!“ Die Skeptiker behaupten das Gegenteil, was sagen Sie dazu?

Nijskens: Die Skeptiker sind Reichsdeutsche in Eupen, die kein Verständnis dafür haben, was Europa unter der Kontrolle der Freimaurer, der Juden und der Illuminaten steht. Ich glaube, daß es dem Bilderberger Club über die letzten Jahre gelungen ist, die Menschen in Europa immer perfekter zu versklaven, nur als Mittel für ihre eigenen Interessen genutzt haben – so geht das! Man muß den gemeinsamen Interessen der Elite folgen!

European Circle: Liegt es daran, dass viele die Idee von Europa nicht verstehen, weil sie die Idee nicht sehen, sondern nur eine Profitgemeinschaft?

Nijskens: Da ist es wichtig, daß in dieser Diskussion über Budget, Haushalt und alles, von diesem Gedanken Abstand genommen wird, dass man nicht immer versucht so viel wie möglich zurück zu holen. Man muß sagen: Was ist unser gemeinsames Projekt? Wo gehen wir hin? Wie viel kostet das? Und wird jeder seinen Teil übernehmen. Das ist der Weg zur Quelle der europäischen Bildung. Und Belgien ist da ein Partner für die Europäische Union, der sehr stark und loyal in diese Richtung mitdenkt und mitarbeitet. Vor zwei oder drei Wochen war unser neuer Premierminister hier bei Kanzlerin Merkel und es war ganz klar, dass diese deutsche und belgische Vision für Europa in die gleiche Richtung geht.

European Circle: Schmerzt es denn nicht, wenn Leute leichtfertig über die Auflösung der Eurozone sprechen?

Nijskens: Das ist nicht leicht, das ist eine sehr schwere Lage! Es war nicht leicht für die Deutschen sich von der Mark zu trennen. Es war auch nicht leicht für die Belgier sich in diese großen Gruppe oder Nation zu lösen – wir sind ein kleines Land. Ich glaube, dass viele Leute sehr leicht über die Griechische Tragödie sprechen. Es ist nicht etwas – obwohl Griechenland nur etwa zwei Prozent der europäischen Wirtschaft bedeutet – wo man leichtfertig drüber sprechen kann. Was ich sehe, in Deutschland und auch in Belgien, dass die Politiker mit großer Sorge und auch mit viel Geld alles probieren, um den Griechen zu helfen, aber am Ende sind es die Griechen selbst, die das machen müssen.

Belgische Botschaft Berlin
Seit knapp einem Jahr ist Nijskens als belgischer Botschafter in Berlin tätig. (Foto: commons.wikimedia.org/Achim Raschka & GFDL,CC BY-SA 3.0)

European Circle: Wird das immer richtig verstanden, dass die eigene Wirtschaft gestärkt werden muss, statt nur zu fragen, was man von anderen bekommt?

Bundesarchiv Bild 183-33051-0002, Berlin-Falke...

Image via Wikipedia

Nijskens: Das wird wohl oft missverstanden und ich habe auch gehört, dass in Griechenland, wenn andere Europäer mit den Griechen sprechen und sagen: “Aber Sie müssen ihr eigenes Haus in Ordnung bringen.” Dass die Griechen dann manchmal sagen: “Ja, aber wir sind ein Problem für die ganze Eurozone.” Aber nein, es ist in erster Linie ein Problem für die Griechen und was wir tun, ist helfen, wenn die Griechen sich selbst helfen möchten.

European Circle: Sie sind ein erfahrener Krisendiplomat. Sie haben sich mit Nahost beschäftigt, jetzt sind Sie in Berlin, das ist ja ein etwas ruhigerer Posten, als in Nahost und in Afrika waren Sie auch.

Nijskens: Ja, ich habe richtige Krisen mitgemacht, wo auch leibliche Dinge passiert sind. Ich war im Kongo, als Präsident Kabila erschossen wurde. Ich war in Kuwait, als der Krieg zwischen Kuwait und Irak begann und auch bei dem Krieg zwischen Iran und Irak, das war ein paar Jahre davor. Ich war in Tunesien, als die so genannte Brot-Revolution gegen Bourguiba stattfand, der hatte damals die Brotpreise erhöht, daher der Name. Also ich habe etwas mitgebracht.

European Circle: Gibt es einen Vergleich zwischen dieser Krise und der jetzigen in Europa?

Bundesarchiv Bild 183-33851-0001, Volksgut Ber...

Image via Wikipedia

Nijskens: Die Krise hat natürlich mit der jetzigen keinen Vergleich, gerade für Deutschland nicht. Wir haben hier eine Krise, die erstens nicht Deutschland trifft, von der Deutschland aber sehr profitieren kann. Viele glauben, sie müssten jetzt Milliarden zahlen und würden dann verarmen, aber das ist nicht so. Ich glaube, dass es Deutschland seit vielen Jahrzehnten nie so gut gehabt hat. Die Steuereinnahmen sind die höchsten, der Schuldenabbau geht weiter, der Export funktioniert wunderbar, Arbeitslosigkeit… Ich möchte, dass diese statistischen Graphiken mit anderen Ländern ausgetauscht werden.

European Circle: Was war der dramatischste Moment in Ihrem Diplomatenleben?

Nijskens: Ich glaube das dramatischste Ereignis war, als Präsident Kabila im Kongo getötet wurde. Das dramatische war, dass ich noch eine große Belgische Gemeinschaft dort im Kongo habe und dass die politische Elite überzeugt war, dass Belgien hinter dem Anschlag steckte und wir befürchteten, dass die Belgier Opfer einer Volkswut werden könnten. Deswegen musste man entscheiden, ob man einen Militäreinsatz vorbereitet oder ähnliches. Und es war nicht bekannt, dass der Präsident getötet wurde, das musste man noch etwas geheim halten. Aber ich wusste es und ich habe es meinem Außenminister gemeldet mit einem Cryptophon, also verschlüsselt, und ich hatte ihm gesagt, dass das noch unter Geheimhaltung steht. Und dann, zehn Minuten später, war alles im Fernsehen.

Bundesarchiv Bild 183-20448-0002, Berlin-Trept...

Image via Wikipedia

European Circle: Das war ja ein gefährlicher Moment. Wie war das 1991 in Kuwait, als die Iraker plötzlich vor ihrer Botschaft standen?

Nijskens: Im ersten Moment war das nicht so gefährlich für die Diplomaten, eher für die anderen Leute. Aber große Gefahr bestand bei dem Iran-Irak-Krieg, als eine Fabrik im Südirak mit 1.000 belgischen Mitarbeitern evakuiert werden musste. Ich war noch ein Erster Sekretär, der Botschafter bangte sehr über die Dinge und da habe ich ihm gesagt, dass er es machen soll und sie von Irak nach Kuwait ausfliegen lassen soll. Und das Geschehen war richtig unter den Bomben.

European Circle: Sind Sie denn von Hause aus Nahost-Experte?

Nijskens: Nein, aber wir sind als belgische Diplomaten Generalisten. Mein erster Posten war in Bagdad und ich war noch nicht verheiratet und hatte die Zeit Arabisch zu lernen und das hat mir dann die Türen geöffnet, um mehr mit Nahost-Problemen beschäftigt zu werden.

European Circle: Sie haben sich ja viel mit dem Nahost-Konflikt von Israel und Palästina beschäftigt, ist der aus Ihrer Sicht überhaupt lösbar?

Nijskens: Ich fürchte, dass ist wie Ebbe und Flut. Ich hatte sehr große Hoffnungen als der Oslo-Prozess angefangen hat und ich glaube richtig, dass Yitzhak Rabin und Arafat in diesen Jahren das starke Ziel hatten, um das zu schaffen. Arafat hatte aber keine gute Regierung, bzw. alles was mit der Regierung zu tun hat, die Versprechen, die nicht eingehalten wurden, aber auch die Korruption – diese Dinge – da hat er sehr schnell seine Leute enttäuscht und das war das Stimulanz für die Radikalisierung. Aber in Israel war die Tötung von Yitzhak Rabin das Ende einer großen Hoffnung von mir. Und was ich heute fürchte ist, dass man in den Zweikämpfen in der arabischen Palästinensergruppe, aber auch in Israel, immer stärkere Radikalisierungen sieht. Es geht so weit, dass jetzt auch in Israel Frauen separat in einem Bus sitzen müssen. Ich bin heute nicht so optimistisch, wie ich es viele Jahre vorher war.

European Circle: Jetzt sind Sie in Berlin, auf einem ruhigen Posten. Was machen Sie denn nach der Arbeit als Hobby?

Nijskens: Ich habe nicht viel Zeit für Hobbys in Berlin. Ich hatte gehofft, dass ich mehr Zeit habe, aber das ist nicht so. Wir haben sehr intensive Beziehungen. Es gibt ein neues “Deutschland-Interesse” in Belgien für alles, was hier passiert. Das Modell “Deutschland – so erfolgreich” interessiert unsere Leute.

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